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Die größten Herausforderungen bei der Entwicklung von Desktop-Browsern

Geschrieben von Flemming Ravn am 18.05.15 13:49

Flemming Ravn
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Die App-Entwicklung erfährt heutzutage jede Menge Aufmerksamkeit, und das ist auch richtig. Die Verwendung von Browsern auf mobilen und Handheld-Geräten ist in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen, und immer mehr Nutzer wechseln zu Handheld-Geräten. Handheld-Geräte sind aufgrund ihrer einfachen Bedienung und guten Verfügbarkeit eine naheliegende Möglichkeit, um die täglichen Nachrichten zu lesen.

Ein erheblicher Teil der Zugriffe erfolgt jedoch immer noch von der guten alten Desktop-Plattform (einschließlich Laptops) aus. Tatsächlich ist der Desktop heute immer noch das primäre Mittel für die allgemeine Internetnutzung und macht über 62 % des Internetverkehrs aus. Damit ist die Desktop-Plattform ein Segment, das man einfach nicht ignorieren oder übersehen darf.

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Herausforderung Nr. 1: Vielfalt

Es ist wohlbekannt (und gefürchtet), das Desktop-Anwender eine breites Angebot von Browsern und Betriebssystemen nutzt, was traditionell viel Frustration bei Webentwicklern schafft. Jeder Browser hat seine Eigenarten, weshalb es sich als unmögliche Aufgabe erweist, jeden Browser umgehend zu unterstützen.

Mithilfe von nutzerbasierten Statistiken ist es möglich, die Entwicklung auf die am häufigsten verwendeten Browser zu konzentrieren. Auch wenn Chrome der weltweit am häufigsten verwendete Browser sein könnte, ist die tatsächliche Nutzerbasis auf Ihrer spezifischen Website vielleicht völlig anders aufgestellt.

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In Deutschland nimmt Firefox mit großem Vorsprung vor Chrome und auch Internet Explorer eine unangefochtene Spitzenstellung ein. Die Skandinavier dagegen verwenden gerne Chrome. Die Zeitungsleser unter ihnen neigen jedoch dazu, noch stärker Internet Explorer zu nutzen.

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Es ist klar, dass es bei dieser weltweiten Lage keine Option ist, sich einen einzigen Browser herauszupicken und sich ganz auf ihn zu konzentrieren. Es ist nicht einfach, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen allgemeinen Funktionen und der Ergänzung mit Browser-spezifischen Codepfaden zu finden. Es sind zahlreiche Tests und viele Optimierungen erforderlich, bis man das richtige Ergebnis erzielt hat.

Optimierung, Vereinheitlichung und all die kleinen Unterschiede

Es kann sein, dass etwas in dem einen Browser ausgezeichnet funktioniert, aber nicht in einem anderen – und umgekehrt. Der Entwicklungsprozess erfordert bei Desktops viele Durchläufe, bei denen unterschiedliche Ansätze ausprobiert werden, bis man einen Kompromiss gefunden hat, der für alle wichtigen Browser akzeptabel ist.

HTML- und insbesondere CSS-Standards haben die Optimierung und Vereinheitlichung der Entwicklung im Lauf der Zeit sehr viel einfacher gemacht, wobei die neuesten Ausgaben moderner Browser die Diskrepanzen erheblich verringert haben. Da jeder Browser immer noch typischerweise eine Anzahl experimenteller Funktionen und Implementierungen hat, kann es schwierig werden, Benutzeroberflächen bereitzustellen, die für alle Browser identisch ist.

Durch die Verwendung von Softwarebibliotheken von Drittanbietern wie JQuery können Entwickler viele der Unterschiede unter den Browsern umgehen. Eine über JavaScript liegende Schicht nimmt sich der Unterschiede an und stellt sicher, dass das Ergebnis unabhängig vom Browser gleich bleibt. JQuery hat schon oft seinen Wert erwiesen und ist heute eine der am meisten verwendeten Softwarebibliotheken bei der Webentwicklung.

Aber auch wenn Softwarebibliotheken von Drittanbietern verwendet und Standards eingehalten werden, tauchen selbst dann, wenn nur die neuesten Ausgaben der beliebtesten Browser ins Auge gefasst werden, trotzdem immer noch technische Probleme auf, die die Entwicklung verkomplizieren. Auch heute noch, Jahrzehnte nach Auslieferung des ersten Browsers, gibt es immer noch subtile – und einige weniger subtile – Unterschiede bei der Implementierung.

Ausblick in die Zukunft

Während alle Browser über die Fähigkeit verfügen, einfache Inhalte anzuzeigen, offenbart sich die wirkliche Herausforderung, wenn es darum geht, die Leistung bis an die Grenzen voranzutreiben. Mit moderneren Benutzeroberflächen, die sich denjenigen der Apps annähern, sind die Anforderungen an Leistung und Geschwindigkeit noch nie höher gewesen.

Die Zukunft wird unter Garantie spannende neue Optionen und eine verbesserte Leistung bringen. Da Windows 10 und Microsoft Edge bald kommen werden, hat Microsoft eine Chance, wieder die Spitzenstellung einzunehmen, die sich Chrome während der letzten paar Jahren verdient hat.

Ob Firefox und Safari eine wichtige Bedeutung haben werden, bleibt abzuwarten. Vielleicht erleben wir es sogar, dass ein Außenseiter wie Opera einen Platz an der Spitze erreicht.

Letztendlich hängt alles davon ab, ob die Browsers diese stetig steigenden Ansprüche erfüllen können und den Nutzern weiterhin die reibungslose, angenehme Leistung präsentieren, an die sie sich gewöhnt haben.


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