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So erzählen Sie Geschichten in digitalen Veröffentlichungen

Geschrieben von Ninna Lauridsen am 13.07.15 14:35

Ninna Lauridsen
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Laut Mario Garcia geht es darum, wie man Non-Storys für die Erzählweise einsetzt. Insbesondere beim digitalen Publizieren bietet sich Medienhäusern eine einzigartige Möglichkeit, Inhalte an die Nutzung der neuen Medien durch die Leser anzupassen. Das Medienquintett hat Einzug in die Welt des Publizierens gehalten. Die Nachrichten und Geschichten, die wir erzählen, müssen entsprechend angepasst werden. Eine Strategie, wie man sich an die Gewohnheiten der Leser anpasst, besteht darin, bei der Erstellung von Inhalten immer die beiden Veröffentlichungsgeschwindigkeiten im Hinterkopf zu haben.

So erzählen Sie Geschichten in digitalen Veröffentlichungen

Die beiden Geschwindigkeiten von Veröffentlichungen

Es gibt zwei Geschwindigkeiten, oder vielleicht besser Stimmungen, in denen Leser Nachrichten konsumieren – „Lean-Back“ und „Lean-Forward“. Dr. Garcia ist davon überzeugt, dass die Publizierungsbranche davon profitieren kann, Inhalte unter Berücksichtigung dieser beiden Geschwindigkeiten zu erstellen. Die Idee ist ziemlich einfach:

  • Manchmal haben Leser viel Zeit und verlangen sorgfältig aufbereitete Nachrichten (Lean-Back).
  • Manchmal haben Leser kaum Zeit und verlangen schnelle, kurze, rund um die Uhr verfügbare Nachrichten (Lean-Forward).

Die Herausforderung für die Medienhäuser besteht darin, sich an diese verschiedenen Formen des Nachrichtenkonsums anzupassen. Traditionell beschränkte die Technik die Veröffentlichung und bestimmte, wann und wo Leser Nachrichten konsumierten. Heute gibt es keine technischen Einschränkungen mehr, was entweder eine Bedrohung oder eine Chance für Herausgeber von Nachrichten bedeuten kann. Chance bieten sich denjenigen, die sie ergreifen – und der Lohn ist ein großer Vorteil gegenüber den Wettbewerbern. 


Wie können Sie also diese Chance ergreifen und neue Einnahmequellen erschließen? Eine Möglichkeit besteht darin, das gesamte Erzählkonzept zu überdenken. Und hier kommen die Non-Storys ins Spiel. Aber lassen Sie uns zunächst die traditionelle Methode des Geschichtenerzählens betrachten.

Traditionelles Geschichtenerzählen in der Branche der Nachrichtenveröffentlichung

Das Layout gut aufbereiteter Nachrichten umfasst traditionell die Überschrift, den Namen des Autors, den Abschnitt der Zeitung, den Artikel selbst, und irgendwo ganz unten finden Sie verwandte Artikel. 

So erzählen Sie Geschichten in digitalen Veröffentlichungen

Häufig ereignen sich die Nachrichten am Vortag der Veröffentlichung der gedruckten Zeitung, und in diesem Fall müssen dem Leser in Form eines Absatzes mit einem Rückblick die Geschehnisse in Erinnerung gerufen werden. Mit diesem Absatz soll der Leser an das Thema des Artikels erinnert werden. Diese Methode funktioniert problemlos für Lean-Back-Inhalte – Lean-Forward-Inhalte sind jedoch etwas völlig anderes. Wie Sie dem obenstehenden Bild entnehmen können, eignet sich diese Form der Strukturierung von Nachrichten nicht für die Veröffentlichung auf Smartphones. Der Leser erhält schlichtweg nicht die erforderliche Übersicht über den Artikel, wie es bei gedruckten Zeitungen der Fall wäre.



So erzählen Sie Geschichten in digitalen Veröffentlichungen

Erzählweise in digitalen Veröffentlichungen

Im Zeitalter des Nachrichtenkonsums im Lean-Forward-Modus ist die Erzählweise viel komplexer und direkter als bei Lean-Back-Nachrichten. Anstelle eines Absatzes mit einem Rückblick empfiehlt Mario Garcia den Einsatz von Erzählblöcken, auch als Non-Storys bezeichnet. Nachfolgend finden Sie sechs Beispiele, wie man Non-Storys in digitalen Veröffentlichungen einsetzen kann; als Grundlage wird die von Aftenposten veröffentlichte Nachricht über das verschwundene Malaysia-Flugzeug verwendet:

  1. Wer äußert sich aktuell – Zitate von Menschen vor Ort
  2. Aktueller Abriss – Zeitfolge der jüngsten Ereignisse
  3. Drei aktuelle Bilder – emotionales Ansprechen der Leser
  4. Eine Meinung – von Experten
  5. Aktuell auf einen Blick – infografische Elemente
  6. Aktuelle Zahlen – reine Fakten zur Nachricht

So erzählen Sie Geschichten in digitalen Veröffentlichungen

So verwenden Sie Erzählblöcke in digitalen Veröffentlichungen

Grundsätzlich verwendet diese Lean-Forward-Methode für den 24/7-Nachrichtenkonsum sechs kleine Geschichten, um die gesamte Geschichte zu erzählen, im Gegensatz zu aufbereiteten Lean-Back-Nachrichten, bei denen die gesamte Geschichte in einem Stück erzählt wird. Dahinter steht der Gedanke, dass sich das Gesamtpaket der Geschichte aus diesen Erzählblöcken zusammensetzt. Erzählblöcke basieren auf der Annahme, dass die Leser ihre Smartphones, Tablet-PCs und Uhren mehrmals am Tag zum Lesen von Nachrichten nutzen und daher nicht an das Thema der Nachrichten erinnert werden müssen. Sie sind bereits im Bilde. 

Erzählblöcke ermöglichen es dem Leser, die aktualisierten Neuigkeiten zur Geschichte über den Tag hinweg zu verfolgen, ohne immer wieder Zeit auf das ursprüngliche Thema der Geschichte zu verwenden. Erzählblöcke enthalten ausschließlich die neuesten Nachrichten zu einem Ereignis, liefern dem Leser aber schlussendlich alle Fakten, sobald dieser alle Erzählblöcke konsumiert hat.

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