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iPad Pro: perfekt für ePaper

Geschrieben von Mathias Winther Klausen am 18.12.15 15:43

Mathias Winther Klausen
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Apples neues iPad Pro verspricht mit seinem 12,9 Zoll großen Retina-Bildschirm umfassende Übersicht und ausreichend Platz für jegliche visuelle Details. Ideale Voraussetzungen beispielsweise für die Darstellung von Bildern, Websites oder Zeitungsseiten. Um herauszufinden, ob das Gerät hält, was es verspricht, haben wir vier iPad-Benutzer aus zwei Generationen gebeten, den neuesten Stern am Tablet-Himmel zu testen.

Das Testformat war unstrukturiert und unwissenschaftlich und hatte zum Ziel, einen unvoreingenommenen ersten Eindruck der Benutzer vom iPad Pro beim Lesen von ePapers zu gewinnen. Die Benutzer wurden gebeten, sowohl Broadsheet-Zeitungen als auch Tabloid-Zeitungen und Zeitschriften zu lesen.

Und eines muss in diesem Zusammenhang sofort gesagt werden: Die Testbenutzer waren sich einig, dass das iPad Pro eine hervorragende Übersicht bietet und sich ideal zum Lesen großer Zeitungsseiten eignet.

„Ich musste mich erst einmal an die Größe des iPads gewöhnen, aber dafür kann ich die ganze Seite sehen und musste fast überhaupt nicht zoomen, um die Artikel zu lesen“, so ein 66-jähriger Testbenutzer.

Ein anderer Benutzer der älteren Generation berichtet, dass er normalerweise beim Lesen der Zeitung auf seinem iPad immer zwischen 1:1-Darstellung und Artikelmodus hin- und herwechselt. Auf diese Weise könne er sich einen Überblick verschaffen und dann die Artikel auf lesefreundlichere Weise durchlesen. Beim iPad Pro fühle er sich jedoch nicht genötigt, in den Artikelmodus zu wechseln, da er die Zeitung eigentlich am liebsten in der 1:1-Darstellung lesen würde. Er sagt:

„Es gefällt mir zu sehen, wie die Artikel aus Texten und Bildern aufgebaut sind. Häufig gibt es ja einen Zusammenhang zwischen Layout und Inhalt eines Artikels, der dem Ganzen beim Lesen eine zusätzliche Komponente verleiht. In der Regel habe ich ausreichend Zeit zum Zeitunglesen, und ich habe den Eindruck, dass sich der große Bildschirm sehr gut für meine Art des Zeitungslesens eignet.“

Eine 29-jährige Benutzerin liest normalerweise mehrere verschiedene Zeitschriften auf ihrem iPad, und sie stimmt den Beobachtungen der älteren Generation hinsichtlich der optimierten Lesbarkeit digitaler Printmedien uneingeschränkt zu. Sie sagt:

„Der große Bildschirm mit der Titelseite einer Zeitschrift ist sehr einladend. Es sieht ein bisschen wie ein Bildband aus. Ich könnte mir vorstellen, dass man das iPad beispielsweise in Boutiquen finden wird, um den Kunden Angebotsbeilagen oder Modemagazine zur Verfügung zu stellen.“

 

Kein Zeitunglesen im Bett möglich

Während die jüngere Generation der Tester von der Aussicht begeistert ist, sich mit einem großen Bildschirm am späten Abend die Lieblingsserien von Netflix im Bett zu Gemüte zu führen, hat die ältere Generation so ihre Zweifel, ob Gewicht und Größe geeignet sind, um die frühen Abendstunden oder den Morgenkaffee mit einer digitalen Zeitung im Bett zu verbringen. Beide Testbenutzer der älteren Generation sind über die Anwendbarkeit des neuen iPads geteilter Meinung, wenn sie die Betrachtung eines ganzen Nachrichtentages zugrunde legen.


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„Ich muss ja zugeben, dass ich oft im Bett liege und Zeitung lese. Und ich bin schlicht der Meinung, dass dieser Bildschirm zu schwer und zu unhandlich ist. Deshalb glaube ich nicht, dass das Gerät ein vollständiger Ersatz für mein eigenes iPad sein kann“, so der 66-jährige Benutzer.

Einer der jüngeren Benutzer sieht das iPad Pro in stärkerem Maß als Ersatz für das vorhandene iPad. Sowohl privat als zusätzlicher TV-Bildschirm als auch beruflich als Arbeitsgerät käme er infrage. Er sagt:

„Ich nutze bereits ausschließlich mein Smartphone, wenn ich unterwegs bin, sodass der große Bildschirm zweifellos ein großer Vorteil in allen Situationen wäre, in denen ich heute mein iPad verwende.“

 

Kann iPad Pro neue digitale Abonnenten schaffen?

Ein sehr begeisterter 32-jähriger Testbenutzer war nach eigenen Angaben stark versucht, sich ein iPad Pro anzuschaffen und zu einem rein digitalen Abonnement der Zeitung zu wechseln. Er schloss sich generell der Meinung an, dass es das iPad Pro auf Sicht schaffen könnte, das normale iPad zu ersetzen.

„Eigentlich halte ich viel von meinem Wochenendabonnement der gedruckten Zeitung, aber wenn ich ein iPad Pro hätte, glaube ich, könnte es ein vergleichbares Vergnügen sein, die Zeitung digital zu lesen“, so der 32-Jährige.

 

Die Aussichten für iPad Pro

Die Zeit wird zeigen, ob sich das iPad Pro einen Platz auf dem Tablet-Markt erobern kann und, falls ja, wer zu seinen Abnehmern gehören wird. In einem professionellen (und insbesondere einem kreativen) Kontext bilden der hervorragende Bildschirm, die Möglichkeiten für Multitasking und Multitouch sowie Apple Pencil als Zusatzkauf eine gute Grundlage für Interesse, wohingegen die privaten Benutzer vielleicht stärkere Vorbehalte haben werden. Mit einem Preis zwischen rund 900 und 1.300 Euro liegt das Gerät etwa im gleichen Rahmen wie ein gutes Laptop, was entscheidend dafür sein kann, wie Privatpersonen beschließen, ihr schwer verdientes Geld zu investieren. 

Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit andere Hersteller in Apples Fußstapfen treten und Tablets mit großen Abmessungen auf den Markt bringen, oder ob sie es wagen abzuwarten und zu riskieren, dass Apple einen lukrativen Markt im Alleingang erobert.

Die Markteinführung des iPad Pro stellt die Entwickler von Apps für ePapers vor einige interessante Herausforderungen. Mit Bildschirmgrößen von 3,5 Zoll bei iPhones bis hin zu 12,9 Zoll beim iPad Pro gibt es große Unterschiede, wie die Inhalte einer Zeitung optimal aufzubereiten sind, um ein bestmögliches Leseerlebnis und maximale Unterstützung der Nutzungsgewohnheiten der Leser zu realisieren. Ein wichtiges Thema wird 2016 die „PDF-freie Zeitung“ als übergeordnetes Konzept sein, bei dem der Smartphone-Ausgabe eine zentrale Rolle zukommt, wenn es um die Erweiterung der Aktualitätszeiträume von ePapers im Laufe eines Nachrichtentages geht, sowie bei dem Versuch, neue Lesergruppen zu gewinnen.

 

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Topics: Knowledge

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