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Der App Store und die Apple-Steuer

Geschrieben von Thomas Wittenburg am 17.08.16 10:35

Thomas Wittenburg
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30%. Das ist der Preis für den Verkauf von Produkten im App Store. Ungeachtet ob es sich dabei um eine App oder ein Produkt handelt, dass Sie durch die den App Store verkaufen. Es ist weder neu noch überraschend. Und es überrascht auch niemanden, dass Apple sehr hart daran arbeitet, zu verhindern, dass die Entwickler und Anbieter von Inhalten, diese Regeln umgehen können. Dennoch wurde am Anfang des Sommers für Aufsehen gesorgt, als Apple eine neue Version der Spotifys App nicht genehmigen wollte. Hat Spotify möglicherweise eine Lücke gefunden, und wie würde sich sich das ggf. auf kostenpflichtige Inhalte, für z.B. Nachrichtenplattformen, auswirken?

Umgeht Spotify die Regeln?

Spotify versucht weitestgehend alle ihre Zuhörer, von der gratis Plattform aus, in zahlende Kunden zu konvertieren. Auf der iOS Plattform wird dies leicht gemacht, durch eine Art entsperr-Modul in der App. Um zu vermeiden, dass Geld durch die Konvertierung verloren geht, im Vergleich Website von Spotifys, legen sie die 30% Gebühr auf den Kaufpreis. Kunden die also auf ihrem iPhone oder iPad konvertiert, bezahlen mehr für ein Abonnement.

Wie alle Anbieter, die auf einem hart umkämpften Markt um Kunden kämpfen, weiß Spotify, dass der Preis ein wesentlicher Faktor ist. Wenn man seinen Kunden 30% einsparen kann, dann ist es wahrscheinlicher, dass mehr konvertieren. Deshalb hat der der Musikanbieter aggressiv für deren Premium-Abonnement geworben, sofern man sich über die Website anmeldet und damit die App umgeht. Die Kampagne hat Apple als Verstoß der Regeln für den App Store aufgefasst.

 Die gleichen Bedingungen für alle?

Andere Branchen sind in einer ähnlichen Situation. Alle In-App-Käufe sind kostenpflichtig im App Store. Sei es Musik, Video-streaming oder Zeitungsinhalt. Die übliche Vorgehensweise ist es die Gebühr auf den normalen Preis für das Produkt zu addieren. Eine digitale Zeitung, die 1€ kostet auf einer Website, kostet 1,30€ im App Store. Aber das ist nicht die ganze Geschichte.

Apple hat vor kurzem die Preisdifferenzierung für die Abo-Dienste lanciert. Kurz erzählt bekommt der Lieferant 85% der Einnahmen bei einer Abo-Verlängerung. Als Lieferant könnte man es sich also leisten, den Preis der Abo-Verlängerung zu senken. Wenn man das Spotify Abonnement durch die iOS-App für 13€ kauft, kann man bei einer Erneuerung des Abonnement 1,50€ sparen. Ein starkes Argument für den Kunden, der zu entscheiden hat, ob das Abonnement fortgesetzt werden soll. Zumindest in der Theorie.

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 Die Zahlung wird komplizierter.

De 15% können von Lieferanten und Kunden noch als viel wahrgenommen werden. Die Inhalts-Lieferanten der Zukunft kommen nicht darum herum, Zahlungsgebühren für die verschiedenen Plattformen in ihre Preisgestaltung zu integrieren.

Für viele Medienhäuser ist das kein Problem. Es sind oft die bestehenden Abonnenten, die auf Apps und ePaper umsteigen. Aber mit einem zunehmenden Fokus auf „mobile first“ und „mobile only“ wird es schwerer, den App Store als eine Zahlungsplattform zu umgehen.

Spotify hat versucht seine Benutzer um das App Store Zahlungsmodul direkt auf die eigene Webseite zu schleusen. Das steht im direkten Konflikt mit den App Store Geschäftsbedingungen. Wie aggressiv Apple die Einhaltung diese Regel erzwingt kann natürlich variieren, aber es gibt nur einen Weg wie Lieferant die sogenannte Apple-Steuer umgehen können: Bringen Sie ihre Kunden dazu Abonnements abzuschießen, bevor sie die dazugehörige App herunterladen.

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